Wohnungskredit für Studenten

Eine klassische Immobilienfinanzierung als Wohnungskredit für Studenten scheidet aus, da diese Zielgruppe die Voraussetzungen für eine Wohnungsfinanzierung nicht erfüllt.

Zwar ist die Mehrzahl der Studierenden heute volljährig, allerdings reicht das Einkommen, das sich in der Regel aus Bafög und mitunter Verdiensten aus Nebenjobs zusammensetzt, kaum aus, um einen Kredit zu stemmen. Selbst Kleinkredite werden für diese Zielgruppe nur sehr selten vergeben und auch nur dann, wenn es einen Bürgen oder einen solventen Mitantragsteller gibt. Eigenkapital ist ebenso wenig vorhanden, das für eine klassische Baufinanzierung meist gefordert wird.

Wir gehen hier von der Regel und nicht von den Ausnahmen aus, sprich, es kann zwar den einen oder anderen vermögenden Studenten geben, der geerbt oder vielleicht im Lotto gewonnen hat, aber da dies eher selten der Fall ist und schon die Ausgaben für den reinen Lebensunterhalt den durchschnittlichen Studenten an seine Grenzen bringen, tendieren die Chancen auf einen Wohnungskredit als Student gegen Null.

Ein Wohnungskredit ist kein Kleinkredit

Um sich eine eigene Wohnung finanzieren zu können, braucht es eine sehr gute Bonität, im Idealfall Eigenkapital und ein regelmäßiges Einkommen, das die monatlichen Raten über die Laufzeit der Wohnungsfinanzierung problemlos abdecken kann. All diese Voraussetzungen erfüllen Studenten nicht. Hinzu kommt, dass eine Eigentumswohnung in dieser Lebensphase eher Luxus als Notwendigkeit ist. Die meisten Studierenden wählen bewusst Wohngemeinschaften, um die Kosten für die Wohnung möglichst gering zu halten.

Der Wohnungskredit ist nicht mit einem Kleinkredit zu verwechseln, der mit einem zweiten Kreditnehmer, der die Rückzahlung absichert, durchaus auch an Studenten von Banken und Kreditinstituten vergeben wird. Kleinkredite als Ratenkredite beschränken sich auf Summen bis maximal 5.000 Euro und dafür erhält der Student nicht einmal ein Zimmer einer Eigentumswohnung. Der Kaufpreis einer Eigentumswohnung liegt im Durchschnitt bei 100.000 Euro, das ist eine Summe, die selbst mit einem größeren Studienkredit nicht zu finanzieren wäre.

Der Wohnungskredit für Studenten als explizites Angebot von Banken oder Kreditvermittlungen existiert nicht, vielmehr werden mit ihm nicht selten Konsumentenkredite für Studenten assoziiert oder aber Kleinkredite, mit denen die Mietkaution bezahlt wird.

Mietwohnung durch Kreditaufnahme finanzieren?

Schon die Anmietung einer Wohnung stellt Studenten vor neue Herausforderungen. Oftmals sind sie zum ersten Mal aus dem Hotel Mama ausgezogen und üben sich in Selbstständigkeit, auch in finanzieller Hinsicht. Hohe Mieten sind in Studienzentren wie beispielsweise München, Heidelberg, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Hamburg an der Tagesordnung und die wenigen freien Wohnungen heiß begehrt. Eine besondere Hürde stellt bei Geringverdienern wie den Studenten die Mietkaution, die bis zu drei Monatsmieten betragen kann, dar.

Was aber, wenn die eigenen Einnahmen aus Bafög und Nebenverdienst nicht genügen, um eine Mietwohnung oder die Mietkaution zu finanzieren? Dann liegt der Gedanke an einen Kredit für die Wohnung nahe. Allerdings ist das schon ein Denkfehler, denn wer die monatliche Miete für eine Wohnung aus seinen Einnahmen nicht bestreiten kann, der kann auch keinen Kredit bedienen. Bleibt noch der Kredit für die Mietkaution, der ins Auge gefasst werden könnte. Aber auch hier warten Alternativen für Studenten, die vor einer Schuldenfalle bewahren.

Generell finden sich zahlreiche Optionen, um bei sehr knappem Budget Fördergelder und Zuschüsse für die Mietwohnung zu erhalten. Das kostet etwas Bürokratieaufwand, schont aber die Kreditlinie und lässt mehr Freiraum zum Leben, denn Kredite sind nicht zu unterschätzen. Und was nie vergessen werden darf, ist die Rückzahlung, also ein zusätzlicher monatlicher Betrag, der von den Einnahmen abgeht und der schon vor einer Kreditaufnahme berücksichtigt sein muss. Von einem Wohnungskredit für Studenten als Kleinkredit zur Finanzierung der Mietkaution oder den monatlichen Mietausgaben wird abgeraten, auch den dubiosen und verlockenden Angeboten unseriöser Kreditvermittler, die aus der Geldnot noch saftig Profit schlagen wollen, sollten Studenten großzügig wiederstehen können. Und: Finger weg vom Dispo, denn dieser Kredit ermöglicht zwar die schnelle Überziehung, wenn er einmal eingeräumt ist, aber wie heißt es so schön, gerade beim Dispo: Einmal ist keinmal und das Unheil nimmt seinen Lauf. Über die hohen Kreditzinsen wird hinweggesehen, bis sich das Konto dauerhaft im Minus befindet und ein Ausgleich immer schwerer wird.

Finanzierung der Mietkaution – Die Möglichkeiten

Der Wohnungskredit für Studenten wird umgangssprachlich gerne mit der Finanzierung der Mietkaution in Verbindung gebracht. Die Mietkaution ist als Absicherung für den Vermieter gegen Mietausfall und Beschädigungen an der Mietsache gedacht. In der Regel wird sie in bar an den Vermieter ausgezahlt, der diese dann treuhänderisch zu verwalten hat. Das geschieht bei der Barkaution durch Anlage auf einem verzinsten Sparbuch. Zum Ende des Mietverhältnisses, und wenn keine Verrechnung wegen Schadensansprüchen erfolgt, erhält der Mieter das Geld samt Zinsen zurück. Alternativ steht dem Mieter die Zahlung der Mietkaution in drei Monatsraten zu.

Eine andere Option, die allerdings das Einverständnis des Vermieters erfordert und schriftlich festgehalten werden sollte, ist die Kautionsbürgschaft durch Privatpersonen, Versicherungsgesellschaften oder Finanzinstitute. So können Eltern die Kautionsbürgschaft für Studenten übernehmen, in dem sie dem Vermieter schriftlich verbindlich versichern, die Kaution im Falle eines Falles zu tragen.

Wird die Mietkautionsbürgschaft von Versicherungsgesellschaften oder Banken übernommen, so spricht man auch von einem Kautionskredit. Hier erhält der Vermieter eine Kautionsurkunde, die ihm garantiert, dass die Gesellschaft oder Bank im Falle des Falles die Kaution an ihn auszahlt. Der Mieter zahlt eine monatliche Gebühr für diese Garantie an den Kautionsgeber. Wird die Kaution allerdings im Schadensfall fällig, so muss der Mieter entweder die Summe in einem Betrag an den Kautionsgeber zurückzahlen oder mithilfe eines Ratenkredits tilgen. Der Kautionskredit birgt Risiken, da er mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, im Gegensatz zur Barkaution wird die Geldsumme nicht verzinst. Im Schadensfall steht der Mieter vor dem gleichen Problem wie vorher.